Sehnen- und Muskelverletzungen

Selbst und vor allem Profisportler sind vor Muskel- und Sehenverletzungen wie z.B. Muskelfaserrissen nicht gefeit. Kurz umgeknickt, schon ist es passiert. Weichteilverletzungen im Bewegungsapparat entstehen durch Gewalteinwirkung auf Gewebe im Bereich des Knochens. Traumata dieser Art sind die häufigsten Verletzungen im Sport.

Unsere sportorthopädische Abteilung betreut vom Hobbysportler bis zum Profiwettkämpfer Patienten mit Sehnen- und Muskelverletzungen aller Art.

Sehnenschmerzen bei Muskelfaserriss

Ursachen von Muskel- & Sehnenverletzungen

Sehnen sind Faserzüge aus Bindegewebe. Sie verbinden einen Muskel an beiden Seiten mit den Knochen oder zwei Muskelbäuche miteinander. Man kann den Körper mit einer Harfe vergleichen. Werden die Funktion bestimmter Saiten, also Sehnen, gestört, kann sich das auf das ganze Instrument auswirken. Eine Bewegung des Muskels wird schmerzhaft oder nicht mehr möglich.

Die Ursachen von Sehnen- und Muskelverletzungen sind vor allem belastender Natur: Überdehnungen und Fehlbelastungen können zu Muskelzerrungen, Muskelfaserrissen und komplexen Muskelrissen führen.
Die Verletzungen können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten.

Besonders eine kalte Wetterlage und fehlende Aufwärmübungen begünstigen Verletzungen am Muskelkomplex wie Muskelfaserrisse. Außerdem gibt es bestimmte Sportarten, bei denen Sehnen- und Muskelläsionen öfter vorkommen, weil sie dem Bewegungsapparat plötzliche Stopps und rasche Bewegungen abverlangen. Das sind z.B. Ballsportarten wie Handball, Tennis oder Fußball.

Vorsorgemaßnahmen gegen Muskelverletzungen:

15 -20 Minuten wären perfekt! Ausreichendes Aufwärmen beugt schweren Verletzungen wie Muskelfaserrissen vor.
Sie können Ihre Muskeln mit schützender Kleidung warmhalten wie z.B. mit einer langen Hose im Winter.
Überbeanspruchung des Muskels kann einen negativen Effekt haben. Machen Sie sich klar, wie weit Sie den Muskel beanspruchen können.
Eine Regeneration von 2 Tagen schadet dem Muskel nicht. Sie baut ihn auf.
Ernähren Sie sich gut, damit Ihre Muskeln genug Nährstoffe bekommen. Vergessen Sie nicht, viel zu trinken!

Symptome bei Muskel- & Sehnenschmerzen

Für Muskel- und Sehnenverletzungen gibt es mehrere Symptome:

Muskelzerrung

Bei einer Muskelzerrung lässt sich der Muskel noch bewegen, es kommt jedoch zu unvermittelten Schmerzen bei einer Belastung oder Bewegung des Muskels.

Muskelfaserriss

Bei einem Muskelfaserriss sind die Schmerzen anhaltend und stark. Ist eine Belastung des Muskels überhaupt möglich, verstärken sich die Schmerzen dabei immens. Meistens bildet sich eine Schwellung an der betroffenen Stelle.

Muskelbündelriss

Ein Muskelbündelriss hat einen akuten, anhaltenden starken Schmerz im verletzten Muskel zur Folge. Betroffene nehmen meistens eine Schonhaltung ein. Es wird quälend, den Muskel zu belasten. Belastungen sind fast unmöglich. Eine deutliche Eindellung weist den Unterschied zum Muskelfaserriss.

Komplexe Muskelrisse

Komplexe Muskelrisse machen sich durch große Schmerzen, sichtbare Dellen in der Haut und oftmals blaue Flecken bemerkbar, die, die durch innere Blutungen entstehen.


Behandlung

Bei Muskelrissen und Muskelzerrungen sollte zuerst nach dem PECH-Schema vorgegangen werden:

Pause: Schonung der Verletzung
Eis: Äußerliche Kühlung des betroffenen Bereichs – zehn bis zwanzig Minuten (Eis am besten mit einem Tuch umschlagen)
Compression: Anlegen eines elastischen Druckverbandes
Hochlagern: Hochlagern des betroffenen Bereichs, damit weniger Blut hineinströmt –Wärme vermeiden

Die anschließende Behandlung von Verletzungen am Muskel sollte professionell erfolgen. Sie sollten unbedingt ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen. Dieser schlägt Ihnen je nach Schweregrad, Patientenalter und Art der Verletzung konservative oder operative Methoden vor. Muskelfaserrisse und Muskelbündelrisse lassen sich in den meisten Fällen auch konservativ behandeln.

Die Pause, die der Arzt Ihnen für Ihre Muskel- oder Sehnenverletzung empfiehlt, sollten Sie unbedingt einhalten. Wie lange das ist, hängt von Ihrer Verletzung ab. Gehen Sie aber von mehreren Wochen aus.

Ob konservativ oder operativ – die HELIOS-Klinik besitzt jahrelange Erfahrungen im Umgang mit Sportverletzungen.


Muskel Behandlung

Läsionen

Muskelzerrung

Wird der Muskel unvermittelt über sein maximales Maß gedehnt, spricht man von einer Muskelzerrung. Dabei kommt zu mikroskopisch kleinen Rissen, jedoch keinen größeren Rissen.

War der Muskel bereits früher von einer Zerrung oder einem Riss betroffen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Muskelzerrung. Ein erhöhtes Risiko ergibt sich auch bei kalter Witterung und fehlender Aufwärmung des Muskels.

Bei einer Muskelzerrung werden die sog. Sarkomere verletzt, die kleinsten funktionellen Einheiten der Muskelfibrille. Werden diese z.B. durch eine abrupte, schnelle Bewegung zu stark auseinander gezogen, ist eine Verletzung die Folge.

Nach einer Muskelzerrung sollte nicht mehr trainiert werden, sondern sofort das PECH-Schema angewendet werden (s.o.: Pause + Eis + Compression + Hochlagern).

Wird eine Schwellung durch die PECH-Maßnahme verhindert, verkürzt sich interessanterweise die gesamte Behandlungsdauer.


Muskelfaserriss

Oft reicht die Dehnung des Muskels über eine bloße Zerrung hinaus und es kommt im Muskel zum Zerreißen von Gewebe. In diesem Fall spricht man von einem Muskelfaserriss.

Bei einem Muskelfaserriss kommt es zu einer Blutung durch ein An- oder Durchreißen von retikulären Fasern. Wird die Verletzung schnell gekühlt, verläuft sie glimpflicher. Dennoch kommt es in den verletzten Bereich des Gewebes zu räumlich beschränkten Entzündungen.

Haben Sie einen Verdacht auf einen Muskelfaserriss? Wollen Sie sicher gehen? Lassen Sie ihn sonographisch von einem unserer Experten untersuchen!


Muskelbündelriss

Muskelbündel sind Ansammlungen von Muskelfasern. Bei einem Muskelbündelriss passiert das Gleiche wie bei einem Muskelfaserriss, nur in höherem Maß. Durch den Riss werden ganze Muskelfaserbündel zerstört.

Am häufigsten von Muskelbündelrissen betroffen ist die Waden- und Oberschenkelmuskulatur. Oft ist auch die Armmuskulatur betroffen. Es kommt zu einer Schwellungsbildung, Krämpfen und stärkeren Blutungen. Der Körper ist in der betroffenen Region starken Schmerzen ausgesetzt. Die Bewegungsfähigkeit wird eingeschränkt.

Als erste therapeutische Maßnahmen werden eine Schonung und Kühlung empfohlen, oft auch eine anschließende Physiotherapie.

Bei schwereren Muskelbündelrissen kann auch auf eine Operation zurückgegriffen werden. In der Operation wird das betroffene Muskelbündel rekonstruiert. Der Heilungsprozess eines Muskelbündelrisses nach einer OP dauert etwa sechs Wochen.


Komplexer Muskelriss

Der Muskelriss ist die extremste Form der Muskelverletzungen und folgenschwerer als eine Muskelzerrung oder ein Muskelfaserriss. Ein Muskelriss passiert, wenn sozusagen eine „kinetische Pechsträhne“ zu einem Zeitpunkt aufeinandertrifft: Ist der Muskel maximal angespannt und kommt es zu einer zu großen Belastung, reißt der Muskel bzw. die Sehne vollständig auseinander.

Häufig sind die Oberschenkelmuskeln von Rissen betroffen. Ein Muskelriss führt zu heftigen und plötzlichen Schmerzen und einer starken Blutung im Gewebe. Die abgerissenen Muskel-Enden entfernen sich voneinander. Dass sich die Muskel-Enden voneinander entfernt haben, merkt man an Dellen auf der betroffenen Hautstelle. Bei Nichtbehandlung verkümmert der verletzte Muskel langsam.

Als konservative Therapie empfiehlt sich eine Schonung nach dem PECH-Schema (s. o.) und eine medikamentöse Behandlung.

Ist eine Operation notwendig, werden die Blutungen aus dem Muskel entfernt und die Muskel-Enden wieder verbunden.


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